Fanorona*
Fanorona ist ein abstraktes Strategiespiel für zwei Personen von der Insel Madagaskar, wo es bis heute mit Begeisterung gespielt wird. Wer Mühle oder Dame mag und eine deutlich kniffligere Nuss sucht, findet hier ein uraltes Duell voller überraschender Wendungen.
Worum geht's?
Gespielt wird auf einem rechteckigen Brett, das aus zwei zusammengesetzten Alquerque-Gittern besteht. Zu Beginn ist es fast vollständig mit schwarzen und weißen Steinen belegt, nur der zentrale Punkt bleibt frei. Genau dieser eine offene Platz ist der Motor der ersten Züge und macht die Anfangsstellung so dicht und aufgeladen.
Spielablauf
Steine ziehen entlang der Linien auf einen benachbarten freien Punkt. Das Schlagen ist Pflicht, und ein Stein darf in einem Zug gleich eine ganze Kette gegnerischer Figuren vom Brett räumen. Geschlagen wird auf zwei Arten:
- Annähern: Der Stein rückt an eine Reihe gegnerischer Figuren heran und schlägt sie.
- Zurückziehen: Der Stein entfernt sich von einer gegnerischen Reihe und nimmt sie dabei mit.
Weil beide Richtungen zugleich möglich sein können, kippt eine Partie oft in einem einzigen Zug. Häufig schlagen wenige Steine viele. Nach einer entscheidenden Partie folgt die "vela partie", ein Schuldenspiel, in dem der Verlierer eine Revanche mit gehandicaptem Sieger erhält.
Für wen geeignet?
Für zwei Köpfe, die abstrakte Strategie lieben und sich an einem Regelwerk mit kurzer Lernkurve, aber großer Tiefe erfreuen. Glück spielt keine Rolle, jeder Fehler zählt.
Fazit
Ein schlankes Material, ein enormer taktischer Raum: Fanorona belohnt vorausschauendes Denken und straft Unachtsamkeit sofort. Freunde reiner Denkspiele werden es lieben, wer lockere Familienunterhaltung sucht, greift eher zu etwas Leichterem.
- 👥 2 Spieler
- ⏱️ 20 Minuten
- 🧒 Ab 7 Jahren
- 🧩 Durchschnittlich kompliziert
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